Wie wählt man Steigeisen aus? Ein Leitfaden zu Bindungssystemen und Einsatzgelände.
Der Winter in den Bergen hat einen unbeschreiblichen Zauber. Egal, ob Sie eine verschneite Hochgebirgswanderung, eine Gletschertour planen oder von steilen Eiswänden angezogen werden, ohne die richtige Ausrüstung geht es nicht. Eines der wichtigsten Elemente sind Steigeisen. Die Wahl des richtigen Modells kann jedoch wie eine Wissenschaft erscheinen. Welche passen auf meine Schuhe? Welche brauche ich für meine Aktivitäten?
Verzweifeln Sie nicht. Wir haben für Sie einen umfassenden Leitfaden vorbereitet, der Ihnen hilft, sich in den Bindungssystemen und Kategorien von Steigeisen je nach ihrem Verwendungszweck zurechtzufinden.
Der Schlüssel zur Auswahl ist Ihr Schuhwerk: Die Bindungssysteme
Der erste und wichtigste Schritt bei der Auswahl von Steigeisen ist ein Blick auf Ihre Schuhe. Der Schuhtyp bestimmt, welches Bindungssystem Sie verwenden können. Ein schlecht kombiniertes Steigeisen mit dem Schuh ist nicht nur unbequem, sondern vor allem gefährlich.
1. Riemenbindung (für klassische Wanderschuhe) - C1
Dieses System ist das universellste. Die Steigeisen werden mit Kunststoffkörbchen vorne und hinten am Schuh befestigt, die mit Riemen festgezogen werden.
- Geeignet für Schuhe: Feste Wanderschuhe ohne spezielle Sohlenränder (Kerben) an Spitze und Ferse.
- Vorteile: Sie können sie für eine breite Palette von festen Schuhen verwenden.
- Nachteile: Das Anlegen ist langsamer und die Verbindung mit dem Schuh ist nicht so fest und präzise wie bei anderen Systemen. Sie sind ideal für Wanderungen, nicht für technisches Klettern.
- Die Hersteller bezeichnen diesen Typ wie folgt: Grivel "New Classic Evo", Edelrid "Soft", Singing Rock "Classic", Petzl "Flex-Lock", Black Diamond "Strap", CAMP "Universal"
2. Semi-automatische Bindung (für Schuhe mit Fersenrand) - C2
Dies ist ein Kompromiss zwischen Riemen- und Automatikbindung. Vorne befindet sich ein Kunststoffkörbchen wie bei der Riemenbindung, aber hinten wird das Steigeisen mit einem Kipphebelmechanismus am Sohlenrand der Ferse befestigt.
- Geeignet für Schuhe: Technische Schuhe, die hinten einen festen Sohlenrand haben, vorne aber nicht.
- Vorteile: Schnelleres und deutlich festeres Anlegen als bei Riemenbindungen. Sie bieten ausreichend Sicherheit für anspruchsvollere Touren und leichteren Alpinismus.
- Nachteile: Sie erfordern einen speziellen Schuhtyp.
- Die Hersteller bezeichnen diesen Typ wie folgt: Grivel "New Matic Evo", Black Diamond "Clip", Singing Rock "Semi-Classic", Petzl "Lever-Lock Universel", CAMP "Semi-Automatic", Edelrid "AUTO" (mit austauschbarem Vorderteil)
3. Automatische Bindung (für Schuhe mit Spitzen- und Fersenrand) - C3
Das festeste und präziseste System, das für technische Schuhe entwickelt wurde. Vorne wird das Steigeisen mit einem Metallbügel am Sohlenrand der Spitze befestigt und hinten mit einem Kipphebelmechanismus am Fersenrand gesichert.
- Geeignet für Schuhe: Steife, voll kompatible Schuhe mit Sohlenrändern vorne und hinten.
- Vorteile: Absolut feste und sichere Verbindung mit dem Schuh, schnelles An- und Ausziehen. Eine Notwendigkeit für technisches Klettern.
- Nachteile: Sie erfordern die spezialisiertesten (und teuersten) Schuhe.
- Die Hersteller bezeichnen diesen Typ wie folgt: Grivel "Cramp-O-Matic", Black Diamond "PRO", Singing Rock "TECH", Edelrid "AUTO", CAMP "Automatic", Petzl "Lever-Lock FIL"
Sonderfall: Skitourenschuhe
Die meisten modernen Skitourenschuhe haben Sohlenränder vorne und hinten und sind daher hauptsächlich für automatische Bindungen ausgelegt. Einige Hersteller bieten auch spezielle, für Skitourenschuhe optimierte Modelle an, wie zum Beispiel den Grivel Ski-Matic.
Steigeisen nach Gelände und Aktivität
Wenn Sie bereits wissen, welche Bindung Sie für Ihre Schuhe benötigen, ist es an der Zeit, sich darauf zu konzentrieren, wo und wie Sie die Steigeisen verwenden werden.
Touren-Steigeisen
Bestimmt für Hochgebirgswanderungen, Gletscherüberquerungen und weniger steile Schneehänge. Sie haben in der Regel 10-12 Zacken und die Frontzacken sind horizontal, was für eine bessere Stabilität beim Gehen sorgt.
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Modellbeispiele: Petzl IRVIS und VASAK, Singing Rock FAKIR, Edelrid SHARK, Grivel G1, G10, G12 AIR-TECH, Black Diamond CONTACT und SERAC, CAMP STALKER und ASCENT.
Technische Steigeisen
Für ernsthaftere Bergabenteuer, klassischen Alpinismus, Klettern in steileren Schneecouloirs und Mixed-Klettern. Sie sind steifer, haben 12-14 aggressivere Zacken und die Frontzacken sind oft vertikal für einen besseren Halt im Eis.
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Modellbeispiele: Petzl SARKEN und LYNX, Singing Rock LUCIFER, Edelrid BEAST und NEMO, CAMP XLC NANOTECH und ALPINIST PRO, Black Diamond SABRETOOTH.
Steigeisen für Eis- und Drytooling
Die Spitze des Angebots für die anspruchsvollsten vertikalen Disziplinen. Sie sind extrem steif, modular (ermöglichen die Konfiguration mit einer - Monozacke, oder zwei Frontzacken) und für maximale Präzision in steilem Eis und Fels konzipiert.
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Modellbeispiele: Grivel G14, G20 PLUS, G22 PLUS und RAMBO 4, Petzl LYNX und DART, Edelrid BEAST und DEMON, Singing Rock LUCIFER TECH, CAMP BLADE RUNNER und ALPINIST TECH, Black Diamond Snaggletooth Pro.
Skitouren- und Ultraleicht-Steigeisen
Eine moderne und immer beliebtere Kategorie. Beim Skibergsteigen und bei "fast & light"-Aufstiegen ist ein geringes Gewicht entscheidend. Diese Steigeisen sind oft aus Aluminiumlegierungen gefertigt, was sie extrem leicht macht. Ihr Nachteil ist eine geringere Haltbarkeit und sie sind ausschließlich für Schnee und Firn bestimmt, nicht für gemischtes Gelände oder Felsen.
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Modellbeispiele: CAMP (Skimo-Serie), Petzl (Leopard-Serie), Grivel (G-Rider-Serie).
Fazit
Die Wahl der richtigen Steigeisen ist ein entscheidender Schritt für Sicherheit und Freude bei Wintertouren in den Bergen. Merken Sie sich eine einfache Regel: zuerst der Schuh, dann das Steigeisen. Stellen Sie immer sicher, dass das von Ihnen gewählte Modell vollständig mit Ihrem Schuhwerk kompatibel ist. Berücksichtigen Sie das Gelände, in dem Sie sich am häufigsten bewegen werden, und wählen Sie die Kategorie, die Ihren Ambitionen am besten entspricht. Mit gut gewählten Steigeisen an den Füßen wird jeder Ihrer Schritte sicherer, und Sie können die Schönheit der gefrorenen Landschaft in vollen Zügen genießen. Die Berge rufen!
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